Wissen für ästhetische Praxen

Lohnt sich Instagram für eine ästhetische Praxis?

Von Julia May · 30. Oktober 2026 · 4 Minuten Lesezeit

Kurz gesagt Ja, wenn deine Patienten dort die Menschen kennenlernen, die sie behandeln werden. Eine ästhetische Behandlung ist eine Vertrauensentscheidung. Bevor jemand anruft, will er wissen, bei wem er landet, und genau das kann Instagram zeigen.

Warum Instagram gerade für ästhetische Praxen zählt

Niemand bucht eine Lidstraffung spontan.

Wer über einen Eingriff nachdenkt, vergleicht oft wochenlang. Er liest Bewertungen, schaut sich Praxen an und stellt sich am Ende eine einzige Frage: Fühle ich mich bei dieser Ärztin, bei diesem Arzt gut aufgehoben?

Eine Website beantwortet diese Frage nur zum Teil. Den Rest erfährt man, wenn man jemanden sprechen hört: wie er erklärt, wie er lacht, wie das Team miteinander umgeht. Das kann Instagram zeigen, Woche für Woche, lange bevor der erste Termin feststeht.

Auch empfohlene Patienten schauen erst nach. Eine Freundin erzählt von deiner Praxis, und noch am selben Abend landet sie auf deinem Profil. Was sie dort sieht, entscheidet mit, ob sie anruft.

Was Patienten auf deinem Account sehen wollen

Dich

Dein Gesicht ist der wichtigste Inhalt deines Accounts. Nicht in jedem Video, aber regelmäßig, mit deiner Stimme und deiner Art. Patienten entscheiden sich für einen Menschen, nicht für ein Logo.

Antworten auf die Fragen, die sie sich kaum zu stellen trauen

Wie lange bin ich nach dem Eingriff ausgefallen? Tut das weh? Was passiert in der Beratung? Wenn du solche Fragen in kurzen Videos beantwortest, nimmst du genau die Unsicherheit, die zwischen Interesse und Anruf steht.

Deine Praxis von innen

Wer das Beratungszimmer schon kennt und weiß, wer am Empfang sitzt, kommt entspannter zum ersten Termin.

Was zählt, ist dein Auftritt

Wer sich vor einer Behandlung dein Profil ansieht, fragt sich, ob diese Ärztin oder dieser Arzt zu ihm passt. Dafür braucht es keine Millionen Aufrufe.

Es braucht einen roten Faden. Patienten sehen über Wochen dieselben Menschen und hören, wie sie erklären. So wirkt dein Profil wie ein Vorgespräch, lange bevor der erste Termin feststeht.

Und es muss nicht viel Zeit kosten. Mit einer Praxis für Ästhetische Chirurgie, mit der ich gerade arbeite, drehe ich an einem Tag etwa vier Stunden. Daraus entstehen Inhalte für rund sechs Wochen. Die Ärzte müssen sich nichts überlegen, sie setzen sich vor die Kamera, den Rest übernehme ich.

Was das Heilmittelwerbegesetz verbietet

Für ästhetische Praxen gelten auf Instagram strengere Regeln als für die meisten anderen Branchen. Drei davon solltest du kennen:

Für dich heißt das: Mit Ergebnisbildern kannst du bei Operationen ohnehin nicht werben. Vertrauen baust du über dich selbst auf, über deine Erklärungen, deine Haltung und dein Team. Genau dort setzen gute Videos an.

Dieser Abschnitt ist eine Orientierung und keine Rechtsberatung. Im Zweifel lohnt sich eine kurze Prüfung durch eine Kanzlei für Medizinrecht.

Die zwei häufigsten Bedenken

„Ich habe neben der Praxis keine Zeit dafür.“

Dann musst du weder drehen noch schneiden. An einem Drehtag in deiner Praxis stehst du nur vor der Kamera. Drehplan, Sprechtexte und Schnitt übernehme ich, und du bekommst fertige Reels.

„Ich fühle mich vor der Kamera nicht wohl.“

Das geht am Anfang fast allen so. Mit vorbereiteten Sprechtexten musst du nicht improvisieren, und mit jedem Dreh wirst du sicherer.

Wann sich Instagram für deine Praxis lohnt

Es lohnt sich, wenn drei Dinge zusammenkommen:

So fängst du an

Es gibt zwei Wege, und beide starten mit demselben Fundament: Analyse, Positionierung und ein Fahrplan für deine Praxis.

Du willst erst wissen, wo dein Account heute steht? Der Praxis-Profil-Check zeigt es dir in wenigen Minuten, und das Ergebnis siehst du sofort.

Julia May

Julia May hilft ästhetischen Praxen und selbständigen Therapeutinnen und Therapeuten, mit eigenen Instagram-Videos sichtbar zu werden. Bevor sie sich selbständig gemacht hat, war sie Kinderkrankenschwester auf einer Station für Früh- und Neugeborene.